Architektur und geometrische Symbole in der Psychiatrie

In meiner Psychiatrie gibt es keine richtigen Freimaurersymbole, aber die vielen noblen Stühle dort erinnerten mich an eine Freimaurerloge. Auch die Architektur und die geometrischen Elemente gaben mir im freimaurerischen Sinne zu denken. Zum Beispiel sehen einige Lampen dort aus wie gelbe Pyramiden, eine mit der Spitze nach oben und eine mit der Spitze nach unten und beide durch einen Querbalken voneinander getrennt. Über solche „Weisheiten“ dachte ich damals viel nach. Mir kam zu diesen zwei Pyramiden in den Sinn: „Die Letzten werden die Ersten sein.“

Mir gefiel die Psychiatrie. Ich nannte sie mein Schloss, meine Freimaurerloge, zumal ich den Wunsch ans Universum gesprochen hatte, ein Freimaurer und Aristokrat zu werden. Die Psychiatrie sah ich als „schiefe Verwirklichung“ dieses Wunsches.

Dreiecke und Quadrate an Kleiderschränken

Die Kleiderschränke meiner Psychiatrie haben auf Bauchhöhe eine violette Raute, geteilt in zwei Dreiecke, welche die Schranktüren bilden. Und oben in „göttlicher Höhe“ befindet sich ein größeres violettes Dreieck wie ein Zeichen Gottes. Auch darüber dachte ich viel nach, also welche Weisheiten mir diese Formen vermitteln wollten. Außerdem ist die Farbe Violett die Komplementärfarbe zu meiner Lieblingsfarbe Gelb bzw. Gold. In einer Interpretation von mir war das die Pyramide Jesu als Gegenpyramide zur Illuminaten-Pyramide, zumal auch Priester in der kirchlichen Fastenzeit violette Gewänder tragen. Die Farbe Violett wird auch als Farbe der Spiritualität betrachtet.

Dreieck, Raute, Quadrat: Wie man aus der Raute zwei Dreiecke oder ein Quadrat machen kann

In der Psychiatrie reflektierte ich viel über das Dreieck, das Quadrat und die Raute, basierend auf den Formen dort. Dabei erkannte ich, dass man aus allen drei Formen die jeweils anderen Formen schneiden kann. Zum Beispiel kann man aus einer Raute in der Mitte ein Quadrat ausschneiden und hätte an den Ecken vier Dreiecke. Aber man kann eine Raute auch in der Mitte querteilen und erhält so zwei Pyramiden, eine mit der Spitze nach oben und eine mit der Spitze nach unten.

Und über die sich daraus ergebenden Lehren habe ich mir wiederum Gedanken gemacht. Eine Erkenntnis dabei war: Aus der Raute, dem rauen, ungeschliffenen Stein, kann man entweder Dreiecke oder ein großes Quadrat machen – und es liegt am Menschen, ob er sich lieber anpasst, also die Ecken und Kanten abschleift, um ein Quadrat zu werden, das perfekt ins Gitter der Gesellschaft passt, oder ob er sich bei der Bearbeitung der Raute auf das Herausarbeiten der Dreiecke konzentriert, also die strahlende göttliche Kraft.

Doch selbst wer sich für ein Quadrat entscheidet, kann daraus immer noch zwei Dreiecke machen. Allerdings müsse man sich entscheiden, welches Dreieck man wählen möchte, welchen Weg. Entweder man geht den Weg der aufsteigenden Pyramide (für mich die weltliche Macht der Illuminaten bzw. Luzifers und vom Gott der Materie) oder man wählt den Weg der absteigenden Pyramide, für mich der Weg der spirituellen Menschen, der Weg Jesu und der Herzmenschen, wo das Ziel nicht die Spitze der Materie ist, sondern die geistigen Werte und die Loslösung vom Körper.

Sie können von diesen Erkenntnissen halten, was Sie wollen. Ich weiß nicht, wie dies in der wahren Freimaurerei gesehen wird. Es sind jedenfalls meine persönlichen Erkenntnisse.

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