Bakterienkulturen im Haushalt, die nur in der Theorie krank machen

Ein Bekannter von mir hat immer wieder Sorge, wenn er bei mir gammeliges Gemüse oder einen ein Jahr alten Geschirrschwamm sieht. Er bittet darum, dies nicht für ihn zu benutzen, da er nicht krank werden wolle. Nur wer von uns beiden ist öfter krank? – Er! Es ist nicht so sehr mein altes Gemüse, das die Abwehr des Körpers schwächt, sondern die frisch gekauften Schokoküsse meines Freundes. Selbst wenn die Pilzsporen auf dem Geschirrschwamm in der Theorie krank machen können, so werde NICHT ich davon krank, sondern allenfalls andere Menschen, die von gesunder Ernährung und einem gesunden Lebenswandel keine Ahnung haben. Somit stellt sich die Frage, ob wirklich dieser Geschirrschwamm das primäre Problem ist oder nicht der Lebenswandel der anderen Menschen.

Das TV für Angstmacherei

All dieses Gerede um Pilzsporen und Bakterien im TV ist ziemliche Angstmacherei, denn ich bin noch NIE in meinem Leben durch all diese Bakterien krank geworden, die uns Chemiker in TV-Analysen als höchst gesundheitsgefährdend verkaufen wollen. Wenn Menschen überhaupt durch die Bakterien von alten Spülschwämmen im eigenen Haushalt krank werden, dann liegt es vielleicht daran, dass sie nur Fast Food essen und auch sonst einen ungesunden Lebenswandel führen, sodass diese Bakterien überhaupt eine Chance gegen das schwache Immunsystem haben.

Wer ist jemals von den Bakterien in seiner Spüle krank geworden?

Selbst von Fast-Food-Menschen hört man kaum, dass sie eindeutig wegen der gammeligen Spülschwämme oder der alten Kleckse auf ihren Küchen-Arbeitsplatten krank werden. Diese Angst schüren bisher nur die TV-Hygiene-Chemiker, ohne auch nur einen einzigen klaren Fall geschweige denn eine statistische Analyse zu präsentieren, der zufolge sich tatsächlich nennenswert viele Menschen Krankheiten durch ihre eigenen Spülschwämme einfangen (von hochsensiblen Staub-Allergikern und anderen Menschen mit extrem angeschlagenen Immunsystem aufgrund seltener Krankheiten rede ich jetzt nicht).

Hygiene im Haushalt: Worauf es wirklich ankommt

Damit keine Missverständnisse entstehen: Auch ich achte auf meine Weise sehr auf Sauberkeit im Haushalt – doch im Gegensatz zu 90 Prozent der Menschen setze ich hier als Logiker die richtigen Prioritäten!

Ja, ich achte weit mehr als die meisten Menschen auf das Allerwichtigste: Wenn man von draußen in die eigene Wohnung kommt, dann rührt man am besten NICHTS im Haushalt an, sondern geht zuerst zum Waschbecken und wäscht sich die Hände. Beim vorigen Spaziergang in der Natur kann man dies noch vernachlässigen, aber wer zuvor in Einkaufscentern, am Bahnhof, in Cafés, beim Arzt oder sonst wo unter Menschen war, der sollte von der Haustür aus zuerst das Waschbecken anpeilen.

Denn NICHT die haushalts- und körpereigenen Bakterien sind so sehr ein Problem – auch nicht die Bakterien aus der reinen Natur –, sondern all das Zeug, das wir uns aus der menschlichen Zivilisation in Haus hereinholen, also die Krankheitserreger anderer Menschen.

Worauf es hygienisch bei in öffentlichen Einrichtungen ankommt

In öffentlichen Toiletten sind nicht so sehr die Klobrillen das Problem – da kann man sich getrost draufsetzen, ohne krank zu werden –, sondern das Problem sind all die Klinken der Türen! Es spielt auch keine Rolle, ob das nun WC-Klinken, die Kaufhaus- und Bahnhofsklinken, Computertastaturen in der Bibliothek oder Haltestangen in Bussen sind. DAS sind die wahren kritischen Stellen der Gesellschaft!

Ein Logiker dagegen erkennt, dass man sich vor Klobrillen meist nicht fürchten muss, denn wir berühren diese ja nur mit den Oberschenkeln und diese sind sehr immun gegen Bakterien. Man steckt sich nur in den seltensten Fällen mit irgendeiner Krankheit über die Haut der Oberschenkel an.

Auf der anderen Seite darf man sich auch von scheinbar sauberen Toiletten, Cafés und Bahnhöfen nicht täuschen lassen. Nehmen wir als Beispiel die Haltestange im Bus: Die sieht ganz sauber aus und trotzdem tummeln sich darauf viele Erreger. So kann das auch in sauberen Toiletten sein, wenngleich Putzfrauen, die dort regelmäßig reinigen, die Ansteckungsgefahr um einiges reduzieren. Wiederum ist ein Fleck Ketchup auf dem Tisch eines Restaurants nicht gerade appetitlich, aber rational betrachtet oft nicht krankheitserregend.