Mein Ufo-Traum vom 4. September 2002

Den folgenden Traum träumte ich mit 17 Jahren. Damals wusste ich nichts über Verschwörungstheorie, Freimaurerei etc. und UFOs kannte ich allenfalls blass aus der Science-Fiction. Genau genommen las ich damals noch nicht einmal Science-Fiction-Romane. Das tat ich erst ab dem Jahr 2005.

Der folgende Traum ist der einzige Traum, der es mir in der Jugend wert gewesen war, ins Tagebuch aufgeschrieben zu werden. Dem Traum ging ein Tagebucheintrag vom 16. August 2002 voraus, bei dem ich auch ein Dreieck mit Auge ins Buch zeichnete und die Spitzen mit „Weisheit, Kraft und Mut“ beschriftete sowie Gott um ein Zeichen bat. Damals stand ich an meiner Glaubenswende von der christlichen Religion zur Philosophie. Das Dreieck mit dem Auge verband ich aufgrund des Religionsunterrichts einerseits mit den formellen Zeichen für Gott in unserer Welt, aber insbesondere war es für mich das Heilige Triforce (aus dem Computerspiel „Die Legende von Zelda – Die Okarina der Zeit.“). Im Grunde zeichnete ich ins Tagebuch nur ein Dreieck mit einem Auge, weil ich das von meiner Religionslehrerein so gesehen hatte, denn ich wollte mich an den wahren Gott wenden und nicht an die Macht einer Computerspiellegende. Wenn ich dieses Augendreieck nicht dieses eine Mal im Religionsunterricht gesehen hätte, hätte ich wohl das mir besser gefallene Heilige Triorce aus dem Zelda-Spiel ins Tagebuch gezeichnet, das ein goldenes Dreieck ist, bestehend aus drei goldenen Fragmenten (Weisheit, Kraft und Mut) und mit einem weißen Dreieck in der Mitte, also eine Mitte aus Licht. Es ist also kein Auge im engeren Sinne.

Nun denn, hier der Traum:

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Fremde kommen in unsere Welt. Sie haben die Absicht, sie zu zerstören. Gründe nennen sie nicht. Einige Menschen töten sie und ihre Kreaturen sofort, andere werden zu ihrem runden Ufo getrieben. Wie Kaninchen müssen sie durch die durch den Eingang kriechen, der aussieht wie eine gespreizte, auf den Kopf stehende Schere, Schneise genannt.

Auch ich werde verfolgt, ich laufe durch die Straßen und verstecke mich, wo ich kann, aber sie finden mich immer wieder. Und doch greifen sie mich nicht so an wie die anderen Menschen. Meine Nerven sind angespannt. Was wollen diese Fremden? Wer sind sie? Zerstörungswütige Diener des Teufels, Außerirdische, die unsere Welt erobern wollen, oder Engel, die Gott am Tage des Weltuntergangs rächen? Ich weiß es nicht.

Schließlich gelange ich zu einer Ratsversammlung von anderen Menschen, die über Maßnahmen gegen die Fremden diskutieren. Ich stelle mich in die hinterste Reihe nahe am verglasten Eingang und höre zu. Sie alle tragen einheitliche beige Gewänder, so hell wie der Raum. Ich ziehe ich es vor, mich im Hintergrund zu halten. Verglichen mit den Menschen dort draußen kommen mir die Menschen hier drinnen mehr vor wie ich. Irgendwie wirken sie… würdiger. Nicht wie die Art von Menschen, die man wie die anderen zusammentreiben würde. Und doch gehöre ich auch hier nicht dazu. Ich bin anders als die Menschen dort draußen, aber die Menschen hier drinnen sind einfach zu… politisch… priesterlich…. es sind die entschlossenen Perfekten. Die, die sich niemals ergeben würden. Die, die keinen Zweifel daran hatten, dass der Kampf gegen die Fremden das gute Recht der Menschheit war. Die, die keinen Zweifel hatten, wer die gute und wer die böse Seite war. Gut war, was für die Menschheit gut war, und böse alles, was der Menschheit schadete, ob Gott, ob Außerirdische oder der Teufel.

Trotzdem führt die Versammlung führt zu keinen Ergebnissen. Zuletzt sitzen ich und die anderen auf den kleinen Grashang vor den gläsernen Eingangstüren und schauen den Fremden bei ihrem Werk zu.

Irgendwann kommt mir eine Idee. Ich weiß nicht woher, ob von Gott, einer anderen Macht oder meinem eigenen Verstand gegeben. „Wir müssen ein Dreieck um das Ufo bilden“, teile ich den anderen mit. Aber ich frage mich, was das nützen sollte und noch mehr, auf wessen Seite ich stand und gegen wen ich mich stellte, wenn ich meiner Eingebung folgte: War es Gott, der mir diese Eingebung gegeben hatte, so mussten die Fremden die Diener des Satans sein. War ich aber von der anderen Seite auserwählt, dann waren ich und die Ratsmitglieder nur die letzten Sünder auf Erden, denen Gott die vernichtende, auserwählte Ehre gab, als die Anführer der sündigen Menschen gegen seine gerechten Engel zu kämpfen. Oder war es eine Schicksalsmacht, die mich auserwählt hatte? Und noch was fragte ich mich: War ich auserwählt zu siegen oder zu scheitern? – Oder gar nicht? Vielleicht war es doch so, wie mein Verstand es mir sagte: Es gibt keinen Gott oder eine andere Macht. Keine Bestimmung. Niemand hat dich auserwählt, das Geschehen sieht nur so aus, als müsste es einen Auserwählten geben. Doch das war kein Film, dessen war ich mir bewusst. Es war Wirklichkeit. Und wenn es so war, dann konnten die Fremden nur Außerirdische sein. Außerirdische, die die Welt erobern und die Menschen töten und versklaven wollten. Dann war es richtig, gegen sie zu kämpfen. Aber dann gab es keine Garantie für unsere Rettung.

Seltsamerweise haben die Ratsmitglieder keinen Zweifel. Sie scheinen die Idee nicht verrückt zu finden, nicht unlogisch, nicht weltfern. Sondern sie gingen auf das Ufo zu und stellten sich in Form eines Dreiecks um es herum auf. Irgendwie schienen sie mich zu kennen, obwohl ich sie nicht kenne. Sie schienen zu wissen, dass ich oft richtig liege. Was ich sage, stimmt!, denken sie – mehr als ich selbst.

Auch ich bin ein Glied dieser Menschenkette. Die Fremden griffen uns nicht an, aber es passierte auch nichts Rettendes. Noch immer wurden die Menschen zur Schere, zur Schneise, getrieben.

Doch immer mehr Menschen rissen aus der Kette aus und rannten auf die Schneise zu – zur sicheren Gefangenschaft aber auch zur sicheren Rettung. Die Fremden töten keinen, der sich ergab – zumindest nicht jetzt, nicht hier auf der Erde.

Meine Nerven waren schon von der vorigen Flicht arg strapaziert, doch die Anspannung wird immer untertäglicher. Je mehr Menschen uns verließen, desto schwieriger war es, das Dreieck um das Ufo zu halten. Was, wenn zu viele nachgaben? Zu wenige übrig blieben? Zu wenige, um Widerstand zu leisten? Vielleicht war meine Idee mit dem Dreieck doch richtig, aber trotzdem konnten wir noch scheitern, wenn kein Gott oder eine andere Macht uns vor langer zum Siegen auserwählt hatte.

Das wäre mein sicherer Tod und der der übrigen Ratsmitglieder auch. Ich habe große Angst vor dem Tod! Ich will nicht sterben! Lieber das versklavteste Leben als den schönstem Tod!

Mir war klar, dass die Fremden die Erde zerstören würden. Nur die Menschen im Ufo würden gerettet sein. Gerettet wohin? Waren es wirklich die Sklaven der Außerirdischen oder jene wenigen, die Gott für sein Paradies auserwählt hatte? Gegen wen leisteten wir nun Widerstand, ich hielt diese Unwissenheit kaum noch aus.

Die Schneise. Ich fühlte, bald würde sie sich schließen. Bald konnte ich nicht mehr wählen.

Da wandte sich einer der Fremden an mich. An mich.

„Was ihr tut, ist zweifelhaft, was wir tun, ist sicher. Beeil dich, du hast die Wahl zwischen Rettung und Tod, viele hatten sie nicht. Noch ist es nicht zu spät, noch kannst du wählen. Willst du nicht gerettet werden? Wir sind sowieso Sieger, das weißt du genau!“

Am liebsten hätte ich ihm zurückgerufen: „Niemals! Wir werden siegen und wenn nicht, dann sterben wir! Niemals werden wir uns euch unterwerfen! So leicht werden wir es euch nicht machen, wir werden kämpfen!“

Diese Worte klangen so typisch heldenhaft, aber sie entsprachen nicht meinem Fühlen. Ich fühlte mich nicht berechtigt, sie zu sprechen. Ich wollte nicht sterben, aber mindestens genauso zweifelte ich an der moralischen Richtigkeit unseres Handeln. Hatten diese Fremden aus irgendeinem Grund nicht doch das Recht, diese Welt zu zerstören? Sei es, weil sie Engel waren oder Außerirdische, denen die Menschen in der Vergangenheit etwas Schlimmes angetan hatten? Hatten sie vielleicht doch ein Recht auf Rache? Auf Gerechtigkeit? Aber wäre es andrerseits nicht ungerecht, wenn sie so viele Menschen für etwas bestraften, was sie nicht direkt begangen hatten?

Willst du nicht gerettet werden? War es wirklich Hohn? Der Fremde hatte es in einem Ton gesprochen, den ich hasste – weil er so aufrichtig besorgt um mich klang. Als gehörte ich wirklich zu jenen, die an der Schnittstelle von Hölle und Paradies standen und denen Gott die freie Entscheidung ließ, wohin sie gehören wollten? Wir sind sowieso Sieger, das weißt du genau! Wollte er mich nur entmutigen? War ich vielleicht doch die Auserwählte unter all diesen Ratsmitgliedern. Die, die für den klassischen Endkampf zu zweit auserwählt war? Die, von deren Entscheidung Erfolg und Scheitern abhing? Die, die man überreden musste, damit die Welt entgültig verloren war? – Es wäre so typisch! Aber ich war mir nicht sicher! Was, wenn der Fremde es ernst meinte, dass ich mich nicht quälen und vernichten lassen, sondern ergeben solle. Ich konnte mich nicht entscheiden. Sein Ton ließ beide Interpretationen zu.

Aber ich konnte mir denken, was die anderen dachten: Was zweifelst du noch! Natürlich ist das nur der Böse, der dich überreden will, damit ihm Sieg garantiert ist!

Ich wusste, die Ratsmieglieder erwarteten von mir, dass ich kämpfte. Vielleicht mit ihnen zusammen, vielleicht würde es aber auch jener finale Zweikampf zwischen mir und einem der Fremden werden, wie man ihm am Ende eines Filmes kennt. Doch wer würde es sein? Würde ich gegen einen Außerirdischen , Gott oder den Teufel kämpfen? Aber ich hatte Angst vor einem Kampf. Angst vor der Angst, vor den Verletzungen, vor dem Verlieren, vor dem Tod. Ein Sieg wäre schön, aber ich fürchtete mich vor dem Weg dahin. Ich konnte mir das berauschende Gefühl eines Sieges vorstellen. Wie schön wäre es zu siegen. Aber wenn nicht…. wie schrecklich wäre es zu sterben. Und wenn es zum Kampf kam, war es zu spät zum Wählen, das wusste ich. Dann würde die Schneise sich schließen, das Ufo zur Rettung fort sein.

Ich sah noch einmal zu den Ratsmitgliedern. Den Kern von ihnen hielt das Dreieck weiter entschlossen geschlossen. Aber waren wir genug? Würden sie nicht doch wie einige andere im letzten Moment zur Schneise laufen? Würden sie mich nicht doch im Stich lassen? Ich hielt es nicht mehr aus, auf sie vertrauen zu müssen. Ich wollte nicht sehen, wie sie ihr Vertrauen brachen.

Also brach ich ihres. Ich löste mich aus der Dreieckskette und lief auf das Ufo zu. Ich fühlte mich elend, die anderen verraten zu haben, und die Möglichkeit, vielleicht doch als siegreicher Held aus dem Kampf hervorzugehen, aufzugeben. Gewiss waren sie wütend auf mich. Enttäuscht.

Es war demütigend, als ich jetzt auf die Knie ging und durch die offene Schere in das Ufo hineinkroch. Wie ein Kaninchen fühlte ich mich.

Drinnen waren die Gänge weiter so niedrig, dass ich nur kriechen konnte. Und hellbraun. Ein klinisch blankes Plastik. Irgendwann saß ich allein in einer Zelle. Auch sie hellbraun und blank. Sie war nur so hoch, dass ich darin halb sitzen, halb stehen konnte. Und auf eine seltsame verwinkelte Weise kompakt und praktisch gebaut. Auf engstem Raum fanden hellbraune Küchenschränke, eine Liege und ein Bad darin Platz, alles aus demselben braunen Kunststoff.

Ich wollte raus aus diesem demütigenden Käfig! Egal, ob diese Fremden mich in Gottes Paradies retten wollten oder an Höllenkreaturen verfüttern oder als Sklave auf ihren eigenen Planeten verkaufen – ich ertrug den Gedanken nicht, dass ich jetzt alles mit mir machen lassen musste! Dienen… der Gedanke war grässlich, ich war es nicht gewohnt zu dienen.

Die Rettung der Welt lag mehr in meiner Hand. Jetzt konnte ich nur noch auf die anderen hoffen, die noch draußen waren.

Oder auf die Fremden. Sie hatten versprochen, uns nicht zu töten. Ich würde leben und das war das Wichtigste. Egal wie. Daran klammerte ich mich. Dieses Versprechen gab mir mehr Sicherheit als die Hoffnungen der Ratsmitglieder vor dem Ufo.

 

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Meine Einschätzung heute:

Ich sage nicht, dass dieser Traum eine Art Prophezeiung war, aber es war für mich ein besonderer Traum und als ich 13 Jahre später, im Jahr 2015, von der Weltverschwörung, von UFOs und Geheimgesellschaften erfuhr, gewann dieser Traum für mich eine ganz neue Bedeutung.

Und egal, was er genau bedeuetete, es ist eine Tatsache, dass er im Jahr 2015 mein Handeln und meinen spirituellen Weg deutlich beeinflusst hat. Viel dachte ich auch über diese Schere nach, diese Eintrittspforte in das UFO. Formell betrachtet dürfte diese Schere durch den Kunstunterricht in meinen Traum eingetreten sein. Als einziger Schüler meiner Klasse trug ich stets eine Schere bei mir, mit der ich mich auch persönlich verbunden fühlte, da sie mir einige wertvolle Dienste geleistet hatte. Es ist sozusagen „mein Zeichen“. Einst trug ich sie nur aus Pflicht bei mir, weil das in der ersten Klasse so von den Lehrern gewollt war als Teil der Grundausstattung. Nur war ich der einzige Schüler, der diese Schere auch noch in der 10. und in der 13. Klasse hatte – und sogar einen Zirkel meines Vaters, den ich kaum brauchte, trug ich lange mit mir … Einst sah ich die Schere nur als Werkzeug, aber unterschwellig kam mir später während der Schikanen in der Schule auch in den Sinn, dass man sie auch als Waffe gebrauchen kann – oder zumindest war sie sehr wertvoll, um einige Bänder auseinanderzuschneiden, mit denen man manchmal mein Fahrrad verwickelt hatte.

Doch im Jahr 2015 suchte ich nach einer neuen symbolischen Bedeutung dieser Schere. Da der Verschwörungsautor Jan van Helsing von diesen UFOs mit Hakenkreuzen schrieb, dachte ich einmal in diese Richtung, aber so ganz passt das X der Schere nicht zu einem Hakenkreuz. Eine andere Deutung waren dann auf den Kopf gestellte Schlüssel – oder eben eine Variante von gekreuztem Hammer und Meißel, wie dies ein Zeichen der Freimaurerei ist. Angeregt von diesem Gedanken, suchte ich im Internet nach diesem Freimaurerzeichen und einige Darstellungen von diesen gekreuzten Hammern und Meißeln erinnerten in etwa an die Schere dieses UFOs. Doch auch unabhängig davon: Warum sollte eine Schere sich nicht auch in die Werkzeugkiste der Freimaurerei eingliedern lassen? Ebenso eine Uhr, die ebenfalls „mein Zeichen“ ist, denn als einziger Schüler trug ich im Jahr 2002 noch eine Armbanduhr (und zwar eine anständige, feine mit vernünftigem Ziffernblatt, also keine jugendliche „Klotzuhr“ der 90er Jahre und auch keine Digitaluhr).

Doch im weitesten Sinne ist diese Schere ein X. Entsprechend suchte ich im Internet, was ein X als Symbol bedeutet. Dabei kam ich auf magische Runen und jener Website zufolge war das X die Rune der Entscheidung. Und diese Interpretation sollte die dominanteste für mein weiteres spirituelles Leben als Suchender werden … Dieses Zeichen prägte sich wie eine Mind-Control-Programmierung in mich ein. Und bezogen auf meinen Traum macht diese Interpretation ebenfalls Sinn (aber auch die beiden anderen).

Soweit ich mich erinnere, erzählte der Autor und Ufologe Jan van Helsing in einem Buch auch mal von seinem Autounfall mit Nahtoderfahrung, die im August 2002. Nun, falls meine Erinnerung an dieses Datum stimmt, wäre das ein weiterer sehr interessanter Zufall zu meinen Tagebucheintragungen und meinem Traumdatum  …

Interessant ist auch, dass ich im Jahr 2002 noch gar keine Bezüge zwischen Engeln und Außerirdischen im Realleben zog. In den Verschwörungstheorien werden die Grenzen zwischen Engeln und Außerirdischen ja durchaus mal fließend dargestellt, aber im Jahr 2002 käme ich nie auf diese Idee. Vielmehr wunderte ich beim Aufwachen über mich selbst, dass ich mich einfach nicht entscheiden konnte, ob das nun Engel oder Außerirdische sein sollten und warum dies im Traum so verwoben miteinander war. Damals war ich so gestrickt, dass die Engel für mich zur Bibel gehörten und die Außerirdischen in die Phantasie. Ich weiß auch nicht genau, wie diese Wesen im Traum aussahen. So sehr ich mich nach dem Aufwachen zu erinnern versuchte, ich konnte dies nur noch so sagen: „nicht Reptilien, sondern eher Menschen“, „nicht schwarz, sondern eher weiß“.