Minimalismus – wie ein Logiker im Haushalt Zeit und Geld spart

Es gibt viele Wege, wie ein Logiker im Haushalt Zeit und Geld sparen kann. Ich liste Ihnen hier nur auf, was ich selber als Alleinlebender praktiziere.

Manche Minimalisten und Öko-Freunde würden einen Satz anfügen wie: „Das schont die Umwelt.“ Oder: „Damit tun Sie der Umwelt etwas Gutes.“ Das ist zwar richtig, aber ich will Ihnen die Geschichte mit der Umweltschonung nicht zu begeistert verkaufen, denn als Wissender in Wirtschaftsfragen kenne ich auch die andere Seite, die lautet: „Minimalismus schadet der Wirtschaft. Wenn alle Menschen zu Minimalisten werden, gehen ganze Wirtschaftszweige samt Arbeitsplätzen verloren.“

Ja, das ist die erbarmungslose Kehrseite von einem umweltbewussten Leben nach den Prinzipien des Minimalismus und der Selbstversorgung.

Doch nun zu meiner Liste, wie ich als Minimalist Zeit und Geld im Haushalt spare. Ich habe versucht, die Liste von großer Zeit- und Geldersparnis bis hin zu kleineren Dingen zu ordnen.

Lebe möglichst ohne Heizung – es geht besser, als man denkt.

Bügel nie. Das ist einer der größten Zeitfresser der Menschheit.

Dusche selten, sparsam und mit wenig Körperpflegemitteln.

Wasche nur selten die Wäsche und trage Kleidung möglichst lange.

Ersetze Papiertücher aller Art im Haushalt durch Stofftücher.

Rohkost essen statt Kochen ist sowieso gesünder!

Esse öfter aus derselben Schüssel und koche nur mit einem Topf

Spüle Geschirr ohne Warmwasser und Spülmittel.

Putze im Haushalt nur, wo der Schmutz wirklich nervt.

Nutze Plastikboxen statt Gefrierbeutel und Frischhalte-Folien.

Benutze Obsttüten als Müllbeutel.

Benutze Backpapier viele Male.

So, und nun folgen die Erläuterungen:

Lebe möglichst ohne Heizung – es geht besser, als man denkt

Als Bewohner eines Miethauses habe ich mir angewöhnt, fast ohne Heizung zu leben. Früher konnte ich das nicht, aber heute ist es für mich ganz normal, mit dickem Pullover und Morgenmantel bei 15 Grad in der Wohnung zu sitzen. Ich friere gar nicht mehr! Ich vermisse die Wärme der Heizung nicht einmal. Ohnehin heize ich nur noch im Wohnraum – zum Beispiel eine Stunde nach dem Aufstehen. Das reicht mir. In der Küche und im Schlafzimmer dagegen springt meist nur die Notheizung an, denn bei unter 11 Grad Zimmertemperatur schaltet sich bei mir der Frostschutz ein.

Also, es muss schon richtig kalt sein, damit ich die Heizung für längere Zeit einschalte. In meinem Mietshaus bin ich wahrscheinlich der Spitzenreiter, was geringe Heizkosten angeht. Und durch die Mietparteien um mich herum wird meine Wohnung auch bis zu einem gewissen Grad warmgehalten.

Im Ernst, ich habe früher bei 21 Grad mehr in der Wohnung gefroren als heute bei 15 Grad. Der Körper gewöhnt sich an ein anderes Klima.

Bügel nie. Das ist einer der größten Zeitfresser der Menschheit

Das Allerdümmste im Haushalt ist Bügeln. Den Zeitfresser spart man sich am besten ganz. Bügeln Sie maximal die Hemden, die Sie als Angestellter dringend im Beruf brauchen, weil dort zu viele Idioten sitzen, die Sie ohne ein gebügeltes Hemd nicht als intelligent und kompetent ansehen.

Aber im Ernst, wir Menschen sollten es uns einander nicht durch solche Traditionen schwermachen. Wenn man die nasse Wäsche vor dem Aufhängen auf dem Wäscheständer in Form zieht, vermeidet man die größten Falten. Das reicht in der Regel aus.

Und noch ein Rat: Kaufen Sie als Minimalist möglichst solche Kleidung, deren Stoff wenig knittert. Meiden Sie die wahren Problemkinder unter den Stoffen.

Dusche selten und mit wenig Körperpflegemitteln

Man braucht nicht täglich den ganzen Körper zu duschen. Nur unter den Achseln und im Intimbereich riecht man etwas stärker, aber diese Gerüche kann man durch eine gezielte kleine Katzenwäsche aus dem Waschbecken mit Seife beseitigen.

Duschen muss ein Mensch so gut wie gar nicht, wenn die fettenden Haare nicht wären. Aber die Haut braucht nicht ständig Wasser und erst recht keine Körperpflegemittel voller Chemie. Wenn schon duschen, dann nur mit Wasser – und höchstens die Achseln und den Intimbereich mit Seife waschen, um Gerüche zu neutralisieren. So halte ich es – auf diese Weise reicht mein Körperpflegemittel sehr lange, da ich nicht den ganzen Körper einseife.

Ein Spezialfall ist noch die Sonnencreme im Sommer. Die ist wirklich ein Grund zum gründlicheren Duschen. Zudem ist Sonnencreme eines der ganz wenigen Körpermittel, auf die man als sportlicher Minimalist, der viel draußen ist, wirklich kaum verzichten kann.

Den ganzen Körper muss man nicht einmal nach dem Sport wirklich waschen, denn der Schweiß trocknet aus und bleibt weitgehend geruchlos. Am ganzen Körper waschen muss man sich allenfalls, wenn man sich zuvor rundum mit Sonnencreme eingecremt hat.

Abschließend noch etwas zum Thema Haare waschen: Waschen Sie die Haare nur, wenn sie wirklich fettig sind. Das ist bei den Menschen recht unterschiedlich und in der Jugend fetten sie schneller als im Alter. Versuchen Sie auch hier sparsam mit dem Waschen und mit dem Shampoo zu sein. Ihr Kopf muss nicht schäumen. Es reicht, wenn am Ende das Fett weg ist. Dazu muss das Shampoo vor allem den oberen Kopfbereich bedecken. Dagegen ist es nicht so wichtig, ob langes Haar bis in die Spitzen mit Schaum zugedeckt ist.

Welche Körperpflegemittel ein Mensch wirklich braucht

Es gibt nur ganz wenige Körperpflegemittel, die ein Mensch wirklich braucht – oder zumindest halbwegs braucht. Dazu gehört einmal eine schlichte Seife für alle möglichen Zwecke. Eine harte Seife hält übrigens viel länger als die bequemen Flüssigseifen. Ich habe mir angewöhnt, Flüssigseife nur noch für besondere Fälle zu benutzen.

Zweitens braucht ein Mensch mit Haaren irgendeine Art von Shampoo, denn alleine mit Wasser geht das Fett nicht gut weg. Shampoo löst das Fett. Das ist der Sinn von Shampoo.

Drittens sollte ein Mensch Zahnpasta benutzen. Zwar habe ich auch schon mit Zähneputzen ohne Zahnpasta experimentiert, denn wichtiger ist das richtige und häufige Putzen – aber dennoch … ein unsicheres Gefühl blieb. Offen gestanden, ich kann Ihnen nicht sagen, ob Sie auf die Zahncreme verzichten sollten oder dies sogar besser für die Zähne ist. Ich habe hier kein Langzeit-Experiment gewagt (denn Schäden bekäme ich nicht mehr weg), aber nach einigen Wochen ohne Zahncreme kam ich zu dem Schluss, dass sich meine Zähne besser mit Zahncreme anfühlen und diese den Zahnschmelz härtet. Und da ich bei Zahncreme mit Fluorid bisher so gut wie keine Karies hatte, bleibe ich beim Bewährten – egal, was die Kritiker von Zahncremes und Fluorid sagen.

Viertens braucht ein weißhäutiger Mensch, der sich viel draußen aufhält, Sonnencreme. Andernfalls gibt es im Sommer einen Sonnenbrand und mit langem Mantel herumzulaufen, ist keine schöne Lösung. Egal, was die Kritiker von Sonnencreme sagen: Ja, sie mag schädlich für den Körper sein, aber der Schaden ohne Sonnencreme ist viel schmerzhafter als ein möglicher Langzeitschaden der DNA.

Fünftens kann ein Deo nützlich sein. Das braucht ein Mensch zwar nicht zwingend zum Leben, aber mit einem Deo spart man sich einige Gänge bei der Waschmaschine (Wasser, Waschpulver, Strom, Zeit), weil man Kleidungsstücke durch das Sprühen von Deo unter die Achseln viel länger tragen kann. Aus gesundheitlichen Gründen besprühe ich aber lieber die Stoffe selbst, statt meine Haut den fraglichen Stoffen von Deos auszusetzen, selbst wenn kein Aluminium drin ist. Prinzipiell könnte man auch Hosen im Schritt bei Bedarf etwas einsprühen – oder Jacken oder sonst etwas. So ein Deo kann man auf vielerlei Weise verwenden und es hält sehr lange.

Mehr braucht ein Mensch aus meiner Sicht nicht. Allenfalls kommt noch eine Feuchtigkeitscreme im Winter hinzu, wenn man trockene Haut kurieren will. Wer intelligent ist, lässt es aber gar nicht dazu kommen. Seit ich draußen bei Kälte immer Handschuhe trage, keine Putz- und Spülorgien im Haus veranstalte und auch meine Ernährung verbessert habe, hat sich selbst dieses Problem erledigt.

Wasche nur selten die Wäsche und trage Kleidung möglichst lange

Kaufe möglichst viele Unterhosen, Socken, Oberteile, Hosen und Handtücher, damit man all dieses Zeug möglichst selten waschen muss. Einmal eine volle Waschmaschine mit vierzig Unterhosen kostet weniger Zeit und Geld, als wenn man ständig die Wäsche waschen muss, weil der Kleiderschrank wieder leer ist. Gerade als Alleinlebender bringt das viele Vorteile. Und wer seinen Kleiderschrank intelligent organisiert hat, der kann sogar einen Monat und länger ohne die Waschmaschine auskommen.

Außerdem sollte man alle Kleidung so lange tragen, wie es die persönliche Geruchsgrenze zulässt. Im Privaten kann man da auch lockerer sein als im gesellschaftlichen Leben. Im Ernst, viele Kleidungsstücke sind gar nicht so schmutzig und miefig, wie man meint. Sie riechen zwar nicht mehr nach Waschpulver, sind aber auch nicht vom anderen Ende. Den Geruch im Achselbereich hält man auch unter Kontrolle, indem man sich öfter speziell unter den Achseln wäscht und / oder ein Deo aufträgt. Denn viele Probleme mit Gerüchen in der Kleidung gehen einzig auf diesen Achselgeruch zurück. Beugt man hier vor, kann man viele Kleidungsstücke recht lange tragen. Und ab irgendeinem Punkt wird der Geruch kaum noch stärker. Trägt man zudem die Unterhosen nicht zu lange, kann man auch Hosen sehr lange tragen, ohne dass sie kritisch riechen.

Wechseln Sie auch die Bettwäsche so selten wie möglich, denn auf Hotelniveau kostet dieses Theater viel Zeit und Geld. Ich wechsle die Bettwäsche nur zweimal bis maximal viermal im Jahr. Meist mache ich einfach den Wechsel von Sommer- zur Winterbettwäsche. Persönlich liebe ich die Bettwäsche mit meinem Duft und mag es nicht einmal, wenn sie ständig frisch ist. Und wer die Bettwäsche lange benutzt, spart sich viele Gänge mit der Waschmaschine sowie einiges an Zeit. Auch Handtücher aller Art sollte man möglichst lange benutzen.

Und noch ein Rat: Wenn Sie Kleidung in vielen Farben tragen, dann trägt man am besten erst die Teile einer Farbe ab, sodass man dann alles zusammen waschen kann. Als Haushaltsstratege ist es für mich nicht mehr egal, ob ich den roten oder den blauen Schlafanzug anziehe, denn wer drei blaue Schlafanzüge hat, aber nur einen roten (und auch sonst eher blaue Sachen), der sollte öfter die blauen Sachen tragen, weil man die alle auf einmal in die Waschmaschine geben kann. Hat man vereinzelte Teile in roter Farbe, hat man nur die Wahl, diese entweder mit den blauen Teilen mitzuwaschen oder unökonomische Waschmaschinendurchläufe zu starten, denn die Logik besagt, dass bei einem Kleiderschrank mit nur drei roten Teilen die Waschmaschine nie ganz voll wird, egal wie lange man die Wäsche sammelt.

Ersetze Papiertücher aller Art im Haushalt durch Stofftücher

Ersetzen Sie Papiertaschentücher und Papierservietten durch Stofftaschentücher und Stoffservietten. Sie brauchen nicht einmal richtige Stofftaschentücher und Stoffservietten kaufen. Nehmen Sie einfach ein altes Tischtuch oder billige Geschirrtücher und schneiden Sie daraus viele kleine Tücher nach Ihrer Wunschgröße. Wer mag, kann diesen Tüchern auch Säume nähen, um das Ausfransen zu verhindern. Aber ich belasse meine Stofftücher ohne Säume, weil mir das Nähen zu viel Aufwand wäre.

Wann immer Sie im Haushalt aus Gewohnheit zu einem Papiertuch greifen, fragen Sie sich, ob Sie nicht einfach ein Stofftuch benutzen könnten. Natürlich können Sie auch sparsam mit Papiertüchern umgehen, doch die zerfleddern irgendwann. Ein Stofftuch lebt sehr lange.

Im Rückblick frage ich mich als logischer Denker sogar, wie die Menschheit jemals so dumm sein konnte, auf diese Papiertuch-Konzerne hereinzufallen, seien das nun Taschentücher oder Küchentücher. Wir putzen auch die Wohnung nicht mit Papiertüchern, sondern nehmen Putztücher aus Stoffen. Warum also nicht auch für den Mund, die Nase, den festlichen Esstisch und die Arbeitsplatte in der Küche?

Stofftücher möglichst lange benutzen

Ein Stofftuch auszuwaschen bereitet auch so gut wie keine Mühe. Die kommen einfach zusammen mit anderer Wäsche irgendwann in die Waschmaschine. Und man muss ja nicht so dumm sein, ein Stofftaschentuch schon nach einmaligem Gebrauch zu waschen oder gar zu bügeln. Stofftücher benutzt man als Logiker idealerweise so lange, bis sie wirklich „ausgenutzt“ und schmutzig sind. Gerade wenn man alleine lebt und nur man selber die Tücher benutzt, können einem die Bakterien egal sein, denn es sind ja nur die eigenen, gegen die man sowieso immun ist.

Haben Sie auch keine Angst vor den Bakterien-Geschichten irgendwelcher Hygiene-Fanatiker. Diese Hygiene-Laboranten haben oft null Wissen über die Leistungskraft eines gesunden Immunsystems, ganz zu schweigen von gesunder Ernährung und einem gesunden Lebensstil zum Aufbau eines gesunden Immunsystems. Glauben Sie mir: Sie werden eher krank durch das Berühren einer Haltestange im Bus als durch all die Bakterien in Ihrem Haushalt.

Auch bei Erkältung haben sich Stofftaschentücher bewährt

Selbst eine Erkältung mit viel Schnupfen habe ich gut mit Stofftaschentüchern überstanden. Erstens kann man in Stofftaschentücher viel öfter hineinschnupfen als in Papiertücher und selbst vollgeschnupfte Stofftücher wäscht man während der Erkältung einfach kurz im Waschbecken aus. Auf die warme Heizung gelegt, sind sie schnell wieder trocken. Und zwischenzeitlich benutzt man einfach andere Stofftaschentücher, von denen man sich einen größeren Packen anschaffen sollte. Ob 5, 10, 20, 30 Stück oder mehr, muss jeder für sich entscheiden. Mancher Mensch benutzt ein Stofftaschentuch viele Male (zumal das Nasensekret darin von selbst austrocknet), während ein anderer die Tücher aus Prinzip ständig wechselt, weil man sich sagt: „Ich habe sowieso 40 Stück.“

Aber glauben Sie mir: Sie werden weit weniger Stofftaschentücher als Papiertaschentücher brauchen. Nur weil man sich Pakete mit 200 Papiertaschentüchern anschafft, braucht man bei einer Erkältung noch lange nicht 200 Stofftaschentücher.

Ersetze Toilettenpapier durch Stofftücher oder Handtücher

Denken Sie mal logisch: Müssen Sie immer Klopapier verwenden? Beim großen Geschäft tue ich das auch, aber beim Urinieren kann man sich den Unterleib auch mit einem Stofftuch, einem Waschlappen oder einem Handtuch abwischen. Das Handtuch kann man je nach den persönlichen Hygienegrenzen auch eine Woche lang oder länger nutzen, ehe man es wechselt. Wenn man sich das einmal angewöhnt hat, vermisst man das klassische Klopapier nicht mehr. Dieses bleibt für das große Geschäft.

Ob man den Waschlappen nach jedem Benutzen auswäscht oder so lange wartet, bis es fürs eigene Geruchsempfinden nicht länger geht, bleibt einem selbst überlassen. Lassen Sie sich jedenfalls nicht von irgendwelchen Hygiene-Laboranten verunsichern, denn solange Sie gesund sind, wird Ihnen nichts durch einen Waschlappen mit Ihrem eigenen Urin passieren. Mir jedenfalls ist noch nichts passiert.

Zuerst habe ich einen Waschlappen genommen, aber der Vorteil beim Handtuch ist, dass dieses durch seine Größe viele Stellen hat, mit denen man sich abwischen kann. Von einem Handtuch hat man also längere Zeit etwas.

 

Rohkost essen statt Kochen ist sowieso gesünder!

Da wir gerade beim Thema Körpergewicht waren, machen wir beim Thema Essen weiter. Und hier gibt es für alle Kochmuffel eine frohe Botschaft: Sparen Sie sich das Kochen, wenn Sie sowieso keine Lust darauf haben. Ein gesundheitsbewusster Logiker kocht so gut wie gar nicht. Zwar koche ich gerne, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass Kochen den gesundheitlichen Wert fast aller Nahrungsmittel mindert. Außerdem kostet Kochen Zeit und Geld in Form von Strom.

Also, mal logisch gedacht: Welche Lebensmittel sind gesund, die man unbedingt kochen müsste? Das sind weniger, als man denkt. Nudeln und Fleisch muss man zwar kochen, aber die haben mit Gesundheit nicht viel zu tun. Und gesundes Obst sowie viele Gemüsesorten muss man nicht kochen, ebenso nicht gesunde Lebensmittel wie Nüsse und Müslis. Ja, die meisten Gemüsesorten sind gesünder, wenn an sie roh als Salat isst, und Obst sowieso. Es gibt nur wenige Ausnahmen, etwa Kartoffeln, Pilze und Hülsenfrüchte, die man gründlich kochen muss. Insgesamt ist das Kochen von Gemüse aber mehr eine Genussfrage – dasselbe gilt auch fürs Kuchenbacken, denn gesünder ist der Teig roh (vorausgesetzt, es werden gesunde Zutaten verwendet, etwa Getreideflocken, Ölsaaten, Vollkornmehl und Olivenöl).

Dieses ganze Theater ums Kochen ist also mehr eine kulturelle Tradition. Mit gesundheitlicher Logik hat Kochen und Backen nur wenig zu tun. Weiterhin dient ein Teil der Kochkultur einzig der Ästhetik, aber einem Logiker kann es egal sein, ob die Plätzchen kreisrund oder klumpige Haufen sind. Ich setze beim Kochen und Backen einzig auf Geschmack. Auf meinen Plätzchen müssen daher keine Schokoladenschneeflocken sein, weil ein einfacher Schokoladenklecks genauso gut schmeckt. Und ich kann anderen Menschen nur raten, es genauso zu halten, wenn man Zeit im Leben sparen will.

Esse öfter aus derselben Schüssel und koche nur mit einem Topf

Viele Menschen verwenden ständig neue Teller, Schüsseln und neues Besteck beim Essen. Auch beim Kochen machen viele Menschen eine Menge Töpfe und Geschirr schmutzig, manches nur als Hilfsutensilien.

Als Logiker und Minimalist habe ich erkannt, dass man auch täglich aus derselben großen Schüssel essen kann. Ja, fast jedes Essen passt in diese eine Schüssel, ob Frühstücksmüsli, Obststücke, Blattsalat, Bratkartoffeln, Reisgerichte, Eintöpfe, Fleischwürfel, Fischstücke, Creme-Desserts, Nüsse oder der Inhalt großer Gemüsepfannen. Auch das Besteck kann man viele Male verwenden und sogar Töpfe verwende ich manchmal mehrmals, nachdem ich sie nur grob gewaschen habe. Man gewöhnt sich daran. Es wird zum Lebensstil.

Und wenn man eher vegan kocht, so wie ich, und die gesamte Ernährung mehr auf Obst, Gemüse, Müsli, Nüssen und pflanzlichen Ölen aufbaut, dann kleben am Geschirr auch keine allzu kritischen Substanzen. Hinzu kommt, dass man mit jedem Essen automatisch die etwas älteren Essensreste aufisst – und das ist in der Regel gesund (!), wenn man ohnehin gesund gekocht hat. Auf diese Weise verschwinden bei mir zum Beispiel keine Gewürzreste wie Zimt, Kurkuma, Kräuter und Petersilie in der Spüle. Selbst verderblichere Substanzen kleben nur einige Stunden in der Schale, etwa von der Frühstücks- bis zur Mittagszeit. Nichts gammelt da tagelang. Immer von derselben Schale essen ist also sinnvoller und hygienischer, als ständig neues Geschirr zu benutzen, das sich dann tagelang in der Küche oder in der Spülmaschine stapelt.

Als Logiker habe ich zudem erkannt, dass man oft nur einen einzigen Topf zum Kochen braucht, höchstens zwei. Zumindest vom gesundheitlichen Standpunkt braucht man nicht mehr, denn um gesund zu kochen, muss man nur wissen, in welcher Reihenfolge man Gemüse, Gewürze und sonstige Zutaten in einen Topf wirft. Möhren, Blumenkohl und Spinat werden nicht dadurch gesünder, dass man drei Töpfe verwendet. Bunte Gemüse-Töpfe sind im Grunde die Basis von gesundem Kochen. Alles andere ist mehr kulinarisches Beiwerk um des Genusses willen, denn beim gesunden Kochen kocht man hauptsächlich Gemüse in verschiedenen Sorten. Alles andere hat nicht ganz so viel mit Gesundheit zu tun (Nudeln, Soßen, Schnitzel, Käseaufläufe, Spiegeleier, Desserts …). Eine Ausnahme bilden Hülsenfrüchte wie Linsen, Erbsen und Bohnen, die man aufgrund ihrer teilweise langen Garzeiten wirklich getrennt kochen muss – wobei man dann diesen Topf für das eigentliche Gericht weiterverwenden kann, denn der ist so gut wie sauber …

Der Vorteil von solch einem Minimalismus ist, dass man eine Menge Zeit fürs Spülen spart (etwa 20 Minuten am Tag) und auch einiges an Geld, das man für Spülmittel, teure Geschirr-Spülmaschinen-Tabs und Warmwasser ausgegeben hätte (ja, diese tägliche Putzerei geht richtig ins Geld!). Ich spüle manchmal nur einmal pro Woche per Hand oder lasse nur einmal pro Woche die Spülmaschine mit einem halbierten Tab laufen. Wer will, kann natürlich noch weniger machen. Jeder Minimalist muss selbst austesten, wo seine persönlichen Hygienegrenzen liegen. Und etwas als Alleinlebender zu praktizieren, ist natürlich leichter, als etwas für die ganze Familie zu organisieren.

Da aber auch ich ein gewisses Maß an Ordnung liebe, verwende ich einiges an Zeit, um die Arbeitsplatte und den Herd in der Küche von Gemüseresten zu befreien. Dafür geht bei mir mehr Zeit als für das Spülen drauf. Aber ich liebe es, jeden Tag in eine ordentliche Küche zu kommen. Eine offensichtliche Chaos-Wohnung kommt für mich nicht infrage. Auch meine ganze Wohnung ist erst auf den zweiten Blick nachlässig, aber nicht auf den ersten Blick. Ordnung muss auch bei mir sein. Doch eben das zeichnet einen Logiker aus: Minimaler Einsatz bei größtmöglichen Effekten. Mit anderen Worten: Ich sorge primär da für Sauberkeit und Ordnung, wo es wirklich auffällt und wofür der Aufwand recht gering ist.

Jedenfalls: Durch meine Minimalismus-Methode stapelt sich in meiner Küche nie viel Geschirr, selbst wenn ich nur selten abwasche. Oft wasche ich das Geschirr ohnehin nur dann ab, wenn ich sowieso Entspannung von der PC-Arbeit suche. Ja, Hausarbeit ist für mich Entspannung!

Zum Vergleich: Wenn man einmal am Tag abwäscht und nebenbei noch die Küche putzt, können schnell 10 bis 20 Minuten um sein, auch wenn gar nicht viel zu tun ist. Wenn man das aber nur ein bis zweimal pro Woche tut, hat man viel Zeit für andere Dinge.

Und noch ein Rat: Spülen Sie Geschirr, das Sie gerade brauchen, einfach schnell mit Kaltwasser und ohne Spülmittel ab, etwa ein Brett, ein Messer oder einen Teller. Im Grunde brauchen Sie Spülmittel und Warmwasser nur, um Fett und eingetrocknete Essensreste loszuwerden. Je weniger Sie mit Fetten arbeiten, desto weniger brauchen Sie Spülmittel.

Geschirr spülen mit kaltem Wasser und ohne Spülmittel

Spülmittel braucht man seltener, als viele Menschen denken. Natürlich duftet das Geschirr durch Spülmittel besser, aber ob es dadurch gesünder wird, sei dahingestellt. Durch das Spülmittel haben die Teller danach weniger biologische Spuren, aber dafür vielleicht mehr chemische Spuren – und ebenso die Hände. Was besser ist, soll jeder selbst entscheiden. Mein logisches Denken hat mich aber zu dem Schluss gebracht, dass ein Spülen ohne Spülmittel nicht schlecht ist.

Oft braucht man zum Geschirrspülen nicht einmal warmes Wasser. Gerade wenn man fettarm oder fettlos isst, wird das Geschirr auch mit kaltem Wasser und ohne Spülmittel sauber. Aus Gastfreundlichkeit sollte man diese Praktiken nicht unbedingt gegenüber Gästen praktizieren, aber wenn man alleine lebt oder in einer Familie, wo alle sich darauf einigen, warum nicht?

Noch ein kleiner Tipp: Wer heiße Töpfe und Pfannen direkt nach dem Kochen abwäscht, spar sich das Warmwasser, weil das kalte Wasser einfach in der Pfanne warm wird. So lösen sich auch Fettreste und Essensreste besser, als wenn man die Töpfe eine Weile stehen lässt. Durch das Gießen von kaltem Wasser in heiße Pfannen kann man auch das Geschirrspülwasser insgesamt anwärmen.

Es kommt auch darauf an, wie viel Fett man zum Kochen benutzt sowie welche Fette. Bei Butter, Margarine und Kokosfett muss man wirklich warmes Wasser und Spülmittel für die Töpfe benutzen, weil diese Fette bei kalten Temperaturen fest und flockig werden. Dagegen braucht man bei Fetten, die bei Zimmertemperatur flüssig sind, etwa Olivenöl, nicht zwingend warmes Wasser.

Mir soll auch niemand erzählen, die Spülmaschine verbrauche weniger Wasser als ich mit meinem minimalistischen Geschirrspülen. Ich komme mit winzigsten Wassermengen aus und solange das Geschirr am Ende optisch weiß aussieht, ist für mich alles in Ordnung. Nun ja, ich gebe zu, ich praktiziere manchmal einen Minimalismus, als lebe ich in der Wüste, wo man nur knappste Wasservorräte hat. Ich sage nicht einmal, dass das hohe Geld- und Umweltvorteile hat. Auf der anderen Seite: Wenn hier in Deutschland irgendwann eine Katastrophe losbricht, bin ich vielleicht im Vorteil …

Putze im Haushalt nur, wo der Schmutz wirklich nervt

Jeder Mensch hat seine persönlichen Hygiene-Grenzen. Im Vorteil sind Minimalisten, die keine strengen Hygiene-Grenzen haben, denn je mehr Schmutz ein Mensch verträgt, desto weniger muss er putzen und desto mehr Zeit hat er für andere Dinge. Ich habe es schon erkannt, als ich noch im Haushalt meiner Mutter lebte. Während sie putzte, habe ich gedacht: „Selig die, die sich am Staub nicht stören, denn sie werden mehr Freizeit im Leben haben.“

Wenn man nicht gerade Diener hat, spart man sich als Logiker das Putzen am besten, weil es im Leben Sinnvolleres zu tun gibt. Klar ist eine saubere Wohnung schön, nur muss jeder entscheiden, worin er seine begrenzte Lebenszeit investiert.

Nebenbei bemerkt reichen auch Putzmittel viel länger und auch die Rechnung fürs Wasser bzw. Warmwasser wird niedriger, wenn man seltener putzt.

Persönlich stört mich Schmutz am meisten auf der Arbeitsplatte in der Küche. Hier bin ich mit dem Lappen recht ordentlich. Lockerer gehe ich es schon beim Bad und WC an. Während viele Putzfrauen hier aus Gewohnheit ständig putzen, putze ich erst, wenn mir die Unreinheit zu sehr auffällt. Genauso halte ich es mit dem Fußboden, wo ich nur alle paar Wochen fege oder staubsauge – und das feuchte Wischen spare ich mir meistens ganz. Für einen guten Eindruck der Wohnung reicht das Staubsaugen. Besondere Flecken am Boden entferne ich nur zielgerichtet mit einem Putzlappen, ohne gleich das ganze Putzeimer-Arsenal aufzufahren und die gesamte Wohnung durchzuwischen.

Und was den Staub auf Regalen voller Dekoraktion und in irgendwelchen Ecken angeht: Lassen Sie ihn einfach liegen. Putzen Sie nur da in Ihrer Wohnung, wo Sie wirklich „wohnen“ und „leben“. Beispielsweise stört Staub auf dem Fernseher mehr als in der Vitrine. Machen Sie allenfalls einmal bis viermal im Jahr einen „Rundum-Putz“.

Und man muss eben entscheiden: Will ich lieber Freizeit genießen, ein künstlerisches Projekt und mein Unternehmen voranbringen oder will ich die Zeit mit Putzen verschwenden? Was freut Sie mehr: Freizeit oder Putzen? Entscheiden Sie selbst.

So halte ich es mit meinen Fenstern. Die könnten gerne sauberer sein, aber ich will mein Leben lieber anders verbringen als mit Fensterputzen. Doch mein Rat speziell beim Fensterputzen: Putzen Sie nur die Scheiben und nicht den Rahmen und das ganze Drumherum. Oder putzen Sie auf den Scheiben nur gezielt die Flecken weg. So erreicht man mit minimalem Aufwand große Ergebnisse.

Lassen Sie sich auch nicht von irgendwelchen TV-Formaten verunsichern, wo Menschen, die wenig putzen, als asozial dargestellt werden. Nein, lehnen Sie sich einfach entspannt zurück und lachen Sie über jene Menschen, die täglich die ganze Wohnung putzen. So verschwendet man kostbare Zeit in seinem kurzen Leben. Wenn Sie nicht so reich sind, sich Diener zu leisten, dann lautet mein Rat, die ganze Putzarbeit so weit wie möglich liegen zu lassen.

Bedenken Sie auch, dass der Spaß namens Putzen noch dazu Geld in Form von Wasser und Putzmitteln kostet.

Nutze Plastikboxen statt Gefrierbeutel und Frischhalte-Folien

Wozu kaufen Sie eigentlich Gefrierbeutel, Butterbrotpapier und Frischhalte-Folien? Decken Sie sich im Supermarkt einmal ordentlich mit allerlei Plastikboxen aller Größen ein und Sie haben lebenslang Behälter für Ihre Lebensmittel. Ich habe mir zum Beispiel zehn günstige Plastikboxen gekauft, in die exakt ein Schnitzel hineinpasst. Statt einen Haufen Gefrierbeutel habe ich einfach zehn Plastikboxen im Gefrierschrank. Auch Käsewürfel oder was immer man hat, kann man in diesen kleinen Plastikboxen aufbewahren.

Benutze Obsttüten als Müllbeutel

Wenn Sie frisches Obst und Gemüse kaufen, bringen Sie viele kleine Plastikbeutel nach Hause. Nutzen Sie diese Plastikbeutel einfach als Müllbeutel. So können Sie Müll verwenden und müssen keine Müllbeutel mehr kaufen. Gerade in einem Haushalt mit nur einer Person, wo nicht so viel Müll anfällt, reichen diese kleinen Beutel völlig aus. Das spart zwar nicht so viel Geld, aber man kann sich freuen, all diesen sinnlosen Tüten einen Sinn zu geben.

Benutze Backpapier viele Male

Wenn man nicht ganz auf Backpapier verzichten will, sollte man es zumindest viele Male benutzen.

Mein Minimalismus – abschließende Worte

Ich habe Ihnen einige Sparmaßnahmen aus dem Bereich Minimalismus vorgestellt, die ich selbst praktiziere. In der Summe führt all dies dazu, dass ich pro Monat fast nur Geld fürs Essen ausgebe und nur selten andere Ausgaben habe, welche Körperpflegemittel, Putzmittel, Papiertücher und so weiter umfassen.

Zwar bin ich nicht so sehr ein Öko-Aktivist, aber wenn es um den eigenen ökologischen Fußabdruck auf dieser Welt geht, dürfte ich ein recht großes Vorbild in der westlichen Welt sein. Wenn ich meinen gesamten Lebensstil bedenke und mir vorstelle, dass alle Menschen in der westlichen Welt so leben würden, würde es um die Umwelt besser stehen.

Aber wie ich schon in der Einleitung zu meinem Minimalismus-Artikel sagte: Ich sehe auch die andere Seite. Und dieser ganze Minimalismus einschließlich vieler Aktionen aus den Bereichen „umweltfreundlicher Leben“ führt auch dazu, dass ganze Wirtschaftszweige zusammenbrechen, wenn zahlreiche Menschen so leben würden.

Ich könnte mich nun selbstgerecht zum großen Vorbild eines ökologischen Sparfuchses stilisieren – aber ich bin auch so weitsichtig, die wirtschaftliche Katastrophe für die gesamte westliche Zivilisation zu erkennen, wenn alle Menschen meinen Lebensstil pflegen würden – und zu meinem spartanischen Lebensstil gehört noch viel mehr. Tatsache ist einfach, dass viele Dienstleister und Produzenten an mir einfach kein Geld verdienen, weil ich eher „kostenlose Interessen“ habe.

Daher sage ich es Ihnen mal so: Ich habe mich für den Lebensstil des Minimalismus entschieden, weil ich möglichst wenig gegen Geld arbeiten möchte. Ich will mit meiner Lebenszeit lieber das tun, was ich wirklich will – und für die meisten dieser Tätigkeiten brauche ich kein Geld. Dadurch hat Geld für mich nicht denselben Wert wie für andere Menschen. Ich war zwar nie ein Materialist, aber ich habe mich mit der Zeit noch bewusster zum Minimalisten erzogen. Es macht mir Freude und es bringt mir auch viel Seelenfrieden, wenig zum Leben zu brauchen. Ich verlange nicht, dass andere Menschen auch so sein sollen. Aber wie gesagt, man kann im Leben oft nicht alles haben. Und wer viele materielle Dinge haben will, das muss oft auch viel arbeiten – und nicht immer in dem Beruf, der ihm wirklich gefällt. Ja, manche haben alles – aber viele Menschen auch nicht.