Psychiater, die nicht zuhören: Wie Illuminati zu Imaginati werden

In meinem psychiatrischen Gutachten steht: „Aufgrund der Schwerhörigkeit wurde ein Hörgerät ausdrücklich empfohlen.“

Ja, mein Hörvermögen ist nicht gut. Nur wozu braucht ein Einzelgänger ein Hörgerät? Ich führe ein Leben fast ohne Menschen. Wenn ich nicht gerade in der Psychiatrie bin und Ärzten bei ihren dummen Diagnosen zuhören muss, rede ich am Tag kein Wort. Ich liebe das Leben in Einsamkeit.

Wenn die Geheimgesellschaft der Illuminati zum Geheimbund der Imaginati wird

Die wichtigere Frage ist aber: Warum hören mir die Psychiater so wenig zu? Wenn ich in der Psychiatrie sage, ich wäre gerne ein Illuminat, verstehen sie: „Ich gehöre zum Geheimbund der Imaginati.“ Sie haben mit ihren Ohren weder das Wort Illuminat verstanden noch haben sie verstanden, dass ich von einem Wunsch und nicht von einer Tatsache rede. Und wenn ich mehrfach bekunde, dass mir die Psychopharmaka die Lebensfreude nehmen, wollen die Ärzte das nicht hören, sondern sagen nur: „Jetzt geht es Ihnen besser. Das sieht man. Sie verhalten sich deutlich normaler.“

Ich empfehle vielen Menschen dringend ein Hörgerät, um Worte intellektuell besser zu verstehen.

Jedenfalls zeigte sich, dass man in meiner Psychiatrie so wenig von den Illuminaten und der Weltverschwörung weiß, dass die Ärzte nicht einmal die Begriffe richtig hören. Nebenbei bemerkt: Woher wollen die Psychiater wissen, dass ich NICHT zu einer Geheimgesellschaft gehöre? Theoretisch könnte ich einem Geheimbund angehören. Hat einer dieser selbsternannten Experten jemals professionelle Nachforschungen über mein Leben angestellt?

Wissen Sie, ich könnte so provokant sein, den Bund der Imaginati selbst zu gründen und einen Blog dazu online zu stellen – und schon wäre bewiesen, dass ich ein Mitglied der Imaginati wäre.

Warum ich gerne ein Illuminat wäre

Kommen wir kurz zu der Frage, warum ich gerne ein Illuminat wäre oder dies zumindest in der Psychiatrie sagte. Als Illuminat bezeichne ich weniger Satanisten und reiche Banker, sondern auserwählte Menschen mit spirituellem Geheimwissen – die Meister der Matrix. Perfekte Denker. Menschen, die als hochintelligente Analysen und Strategen das Weltgeschehenen planen und mit ihren magischen Talenten und Gedanken die Materie beherrschen. DAS ist für mich ein Illuminat, also ein Wissender, auch wenn Verschwörungstheorien das Wort etwas anders verwenden.

Ich sage ja nicht, dass ich in der Herrschaftspyramide großen Reichtum und große Macht will – nein, ich würde nur gerne dieses spirituelles Geheimwissen und die magischen Talente haben. In dem Sinne wäre ich gerne ein Teil der geheimen Elite.

Kleingeister wie Psychiater stempeln das als Größenwahn ab, doch warum darf ich diesen Wunsch nicht haben? Der Satz „Ich will ein Illuminat werden“ ist nur ein Versuch meiner Seele, das in Worte zu fassen, was ich möchte. Vielleicht passt das Wort „Illuminat“ nicht perfekt, aber es ist ein Versuch. Und als ich zum ersten Mal über die Illuminaten las, dachte ich: „Noch nie hatte ich den Wunsch, so sehr ein Teil einer Gemeinschaft zu sein.“ Bisher lebte ich als Einzelgänger und es gab keine Gemeinschaft, die mich interessierte, aber zu dieser Elite wollte ich hin. Ich wollte so gerne unter den Mächtigen dieser Welt sein. Luxuriöse Vergnügen interessieren mich dabei nicht. Es geht mir um eine Arbeitsaufgabe, eine Lebensaufgabe.

Nebenbei bemerkt: Wenn die Psychiater mir Größenwahn bescheinigen, dann bescheinige ich auch den Psychiatern Größenwahn – denn sie bilden sich ein, meine Seele besser zu kennen als ich selbst und mich als gesunden Menschen mit ihren krank machenden Medikamenten zu heilen. Psychiater können sehr arrogant sein. Die sollen mir also keine Arroganz vorwerfen.